Ein unerwarteter freier Abend
Irka und ihre Mitbewohnerin Aurelia arbeiten bis spät in die Nacht. Als der Clubbesitzer in letzter Minute die Party absagt, bleibt ihnen plötzlich ein freier Abend. Irka will nur eines: ein kühles Bier, die alte Platte auflegen und einfach entspannen.
Irkas Geschichte aus der Jugend
Irka erinnert sich an ein Ereignis aus ihren fünfzehn Jahren, das ihr bis heute das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Der Beginn des Unheils
- Ort: ein altes, knarrendes Holzhaus am Rande des Dorfes, in dem ein Leichentisch vorbereitet werden sollte.
- Umstände: Die ganze Familie war zur Beerdigung gefahren, Irka blieb allein mit dem Sarg des Verstorbenen.
- Verbot: „Lass das Licht aus, schlafe nicht, halte die Türen verschlossen.“
Irka verschloss jede Tür, ließ nur ein paar Kerzen am Sarg flackern und griff zu einer verstaubten Ausgabe von Gogols „Viy“, um die Langeweile zu vertreiben.
Das Lesen im Halbdunkel
Im schwachen Kerzenschein vertiefte sie sich in die düsteren Seiten. Die Stille war fast greifbar, nur ihr eigenes Atmen durchbrach sie. Plötzlich erschütterte ein lautes Grollen die Luft, als ob jemand aus dem Sarg aufgestanden wäre. Ihr Herz stockte, Gedanken wirbelten: „Soll ich zurückblicken? Wird er zu mir kommen?“
Sie drehte sich um – nichts zu sehen. Der Sarg stand still, die Kerzen brannten weiter, das Grollen verklang.
Das zweite Grollen und der schwarze Hund
Einige Minuten später drang das Geräusch erneut, diesmal aus dem Flur. Irka stürmte zur Veranda, wo die Tür einen Spalt offen stand. Dort stand ein gewaltiger, pechschwarzer Hund, der das für die Totenmahlzeit vorbereitete Essen zerfetzte und das kalte Fleisch verschlang.
Sie versuchte, das Tier zurückzuschieben, doch der Hund war unermüdlich. Die Nacht verging in endloser Aufregung, das Buch „Viy“ blieb unvollendet.
Das Morgen danach
Am nächsten Morgen gingen Irka und Aurelia doch noch zur Diskothek. Aurelia fragte verwundert:
„Hast du die Verandatür wirklich verschlossen?“
Irka nickte, doch ihr Blick erstarrte, die Augen wurden quadratisch.
— „Mama…“ flüsterte sie, und in ihrer Stimme lag ein kalter Schauer, der selbst den Mutigsten erzittern ließ.
Fazit
Die Erzählung zeigt, wie sich Angst nicht sofort, sondern erst nach Stunden, Tagen oder sogar Wochen in das Bewusstsein einschleicht. Das Lesen unheimlicher Texte, verschlossene Türen und nächtliche Grollen schaffen eine Atmosphäre, in der Realität und Fantasie zu einer einzigen, erschreckenden Erfahrung verschmelzen.
Lass diese Geschichte eine Mahnung sein: Manchmal ist es besser, alte Bücher im Halbdunkel nicht zu öffnen…




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