Mystischer Flug über den eigenen Körper – seltsame Erfahrung nach Friedhofsbesuch

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October 29, 2017 2:36 AM
Mystischer Flug über den eigenen Körper – seltsame Erfahrung nach Friedhofsbesuch

Besuch bei den Eltern

Ich stamme aus dem alten Wladimir, doch Jahre im Militär und ein Job bei einer Raumfahrtfirma haben mir fast das ganze Leben geraubt. Vor dreißig Jahren verließ ich das Haus, ließ meine Schwester allein zurück, während die Eltern längst begraben waren.
In einem seltenen Urlaub, als draußen bereits Schnee lag, beschlossen meine Schwester und ich, zu den Gräbern der Eltern zu fahren. Wir packten zwei Flaschen Wodka, Plastikbecher und eine leichte Mahlzeit ein. Auf den Grabsteinen wurden die üblichen kleinen Tropfen gegossen, dann richteten wir einen provisorischen Tisch ein, erinnerten uns an die Vergangenheit und ließen Tränen fließen.

Seltsames Wasser

Als wir uns jeweils einen Becher einschenkten, stellte sich heraus, dass die Flüssigkeit klar, geruchlos und geschmacklos war. Auch die zweite Flasche enthielt nur Wasser. Vielleicht wollte jemand verhindern, dass wir an diesem Abend betrunken werden – doch das Gefühl war gleichzeitig fremd und beunruhigend.

Unerwarteter Traum und Flug

Zuhause schaltete ich den Fernseher ein, während meine Schwester die Hähnchenschenkel zubereitete. Plötzlich überkam mich ein starkes Verlangen, mich auszuruhen. Ich legte mich aufs Sofa, doch sofort spürte ich einen stechenden Schmerz in der Brust und ein Brennen im Bauch. Ich konnte mich nicht bewegen, die Zunge schien am Gaumen zu kleben, und zugleich fühlte ich eine Leichtigkeit, die ich nie gekannt hatte.
Ein Schrei ertönte in mir: Ich „schwebte“ zur Decke und sah, wie mein Körper am Boden krämpfte. Aus dieser Höhe beobachtete ich, wie er sich wand, während ich wie in einer Wolke durch das Dach und über die vertrauten Dächer Wladimirs glitt. Die Stadt lag still, eingehüllt in winterlichen Dunst, und ich flog im Zustand eines wachen Traums, doch jedes Detail war mir bewusst.

Rückkehr in den Körper

Nach wenigen Augenblicken fand ich mich wieder in meinem Zimmer, starrte auf meinen leblosen Körper, dessen Augen geschlossen waren. Meine Schwester stand neben mir, spritzte heiliges Wasser über mich und öffnete die Fenster, als wolle sie nicht nur den Raum, sondern auch mein Bewusstsein lüften.
Ich spürte, wie ihre Hände künstliche Beatmung ausführten, ihre Augen voller Sorge und Liebe. Meine Schwester war immer da gewesen: seit meiner Kindheit flechtete ich ihr Zöpfe, brachte sie zu Neujahrsvorführungen – und jetzt rettete sie mich vor einem unsichtbaren Schatten.

Schwester‑Retterin

Zuerst wollte ich wieder zu „mir selbst“ zurückkehren, doch ihr beharrliches Drängen ließ mir keine Wahl. Ich „sprang“ in meinen Körper, fühlte, wie das Blut wieder zu pulsieren begann. Nach der Rückkehr überkam mich Hunger, und ich aß die beiden Hähnchenschenkel, die sie so sorgfältig zubereitet hatte.
Meine Schwester, noch leicht blass, hielt meine Hand, flüsterte, dass alles gut werden würde, und ich erzählte ihr von dem Flug, davon, wie ich mein eigenes lebloses Ich beobachtet hatte, und wie seltsam es war, sich selbst von außen zu sehen.
Diese Nacht schlief ich wie ein Kind, doch meine Schwester kam immer wieder, berührte mich und prüfte, ob das Geschehene sich wiederholen würde. Was war das – reine Erschöpfung, eine Vergiftung durch das Wasser oder etwas tiefgründig Mystisches? Die Antwort bleibt ein Rätsel, das ich aus meinem Flug über den eigenen Körper mitnahm.

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