Der Herr – ein schauriger nächtlicher Alptraum in Einsamkeit

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October 13, 2017 9:34 PM
Der Herr – ein schauriger nächtlicher Alptraum in Einsamkeit

Nacht, als alles sich änderte

Am 5. März 2012 erfasste mich eine heftige Erkältung. Schmerzen, Schüttelfrost und das ständige Gefühl, ersticken zu müssen, ließen mich das Institut schwänzen. Gegen 3 Uhr morgens fiel ich endlich in einen tiefen Schlaf, doch selbst im Traum verfolgten mich bedrückende Bilder – ein erstickender Griff, ein erstickendes Dunkel.

Erwachen und erstes Taubheitsgefühl

Als ich erwachte, brannte ein unstillbarer Durst in meinem Hals, doch ich blieb liegen. Während ich mich wälzte und versuchte, meine Gedanken zu ordnen, begann mein Körper plötzlich zu erstarren. Es war, als hätte man mich in Luft gefroren – ein sofortiges, durchdringendes Taubheitsgefühl, das ich nur aus nächtlichen Anfällen kannte. Die Stille im Zimmer wurde erdrückend, jedes Geräusch hallte wie ein dumpfer Donner.

Krachen und das Erscheinen des unsichtbaren Gastes

Ein plötzliches Krachen zerriss die Stille, als ob jemand die Beine meines Bettes zerschmetterte. Das Gestell gab leicht nach, und im selben Moment materialisierte sich ein unsichtbarer Schatten neben meinen Füßen. Meine Gedanken wanderten zu Hausgeistern, doch die Realität war weitaus grausamer.

Unheilvolle Stimme

Eine kalte, zornige Stimme erhob sich in schrillem Ton:
„Jetzt leg dich hin und warte, bis der Herr kommt.“
Die Worte bohrten sich tief in meine Knochen, und ich erstarrte, unfähig ein Wort zu äußern.

Gebet als einziger Schutz

In panischer Angst flammte in meinem Kopf die erste Zeile des Vaters auf. Mit jedem gesprochenen Wort zog sich das Taubheitsgefühl ein wenig zurück, doch nur für einen Augenblick. Ich fuhr fort, das Gebet zu rezitieren, wechselte anschließend zur Muttergottes‑Anrufung und ließ nicht nach, bis zwanzig Minuten vergangen waren.

Angst, die mich gefangen hielt

Ich versuchte aufzustehen, doch mein Körper verweigerte den Befehl. Die Angst wuchs zu einem wilden Tier, das in meiner Brust umherlief, während das Bild eines Wesens, das an meinem Bett stand, mich nicht losließ. Ich öffnete die Augen, hoffte, den dunklen Umriss zu erblicken, sah jedoch nur ein leeres, düsteres Zimmer.

Suche nach Licht und Versuch, Kontrolle zu erlangen

Mit letzter Kraft griff ich nach der Fernbedienung, die immer neben dem Bett lag, und schaltete Fernseher, Lampe und Laptop ein. Der flackernde Schein der Geräte wurde zu meinen Wächtern, der Laptop zu meinem Schutzraum für Gebete und Aufzeichnungen. Das schwache Licht vertrieb einen Teil des Schreckens, doch die Stimme in meinem Kopf wiederholte unablässig:

„Der Herr kommt …“

Was nach der Nacht blieb

Am Morgen fand ich mich erschöpft, aber am Leben. Keine Spuren von zerbrochenen Betten, keine Anzeichen einer fremden Präsenz. Nur die Frage blieb: Wer war diese Stimme und was bedeutete „der Herr“? Vielleicht war es ein Spiel des Geistes, genährt von Krankheit und Furcht. Solange jedoch ein Flüstern die Dunkelheit durchdringt, werde ich das Licht und die Gebete an meiner Seite halten, bereit, jeder Schatten zu begegnen.

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