Kennenlernen der Jungs
Drei Jungen – Misha, Wassja und Oleg – waren unzertrennlich. Sie besuchten dieselbe Schule, verbrachten jede freie Minute miteinander und erkundeten verlassene Baustellen. Ihre überschüssige Energie fand immer wieder einen Ausdruck in verrückten Aktionen. Eines Tages beschlossen sie, die Stadt mit einem „Streich“ zu überraschen.
Der Streich mit den Anzeigen
Misha hatte die Idee, jeder solle ein eigenes „Verkaufe…“-Schild schreiben:
- Misha: „Verkaufe meine Seele für eine Million Dollar.“
- Wassja: „Verkaufe mein Bein für eine Fünf in Mathe.“
- Oleg: „Verkaufe meinen Kopf für Rollschuhe.“
Sie lachten laut, überzeugt davon, dass ihre Fantasien niemals Realität werden könnten. Die Zettel wurden an Laternen, Hauswänden und Laternenpfählen in der ganzen Stadt verteilt – ohne einen Funken Gewissen.
Das Unheil schlägt zu
Am nächsten Morgen klingelte Wassjas Telefon. Seine Mutter weinte, weil ihr Sohn von einer Straßenbahn erfasst und dabei sein Bein verloren hatte. Beim Anblick des Zettels erkannte er das grausame Echo seiner eigenen Worte.
Nur wenige Tage später erhielt Oleg zu seinem Geburtstag das lang ersehnte Paar Rollschuhe. Der Tag verlief ohne Zwischenfälle, doch am Abend, als er vom Dach aus Luftballons steigen ließ, rutschte er aus, stürzte und zerbrach sich sofort den Kopf. Sein Körper verschwand an dem Ort, an dem er normalerweise in der Schule saß.
Nach der Tragödie
Misha kam nach Hause und fand erneut die Zettel auf seinem Bett. Ein schwarzer Schatten stand im Türrahmen und zeigte auf die Uhr, die exakt 12:00 schlug. Der Schatten löste sich auf, hinterließ jedoch eine eisige Kälte, die den Raum durchdrang.
Von diesem Moment an sah Misha denselben schwarzen Mann immer wieder in seinen Träumen, litt unter Schlaflosigkeit und sein Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide. Die Eltern brachten ihn zu einem Therapeuten, doch der Junge war überzeugt, dass seine eigene Streich‑Idee die Ursache war.
Der weitere Lebensweg
Jahre vergingen. Misha erholte sich, schloss das Studium ab, gründete eine Bank, heiratete und wurde Vater. Sein Vermögen wuchs über die versprochene Million hinaus, doch im Inneren flüsterte stets die Stimme des dunklen Schattens.
Eines Tages fuhr er an einer alten Uhr vorbei, die einst den Mittag anzeigte. An einer roten Ampel hielt er an, als plötzlich ein Mann mit einer Pistole aus einem vorbeifahrenden Auto sprang. In einem Augenblick endete Mishas Leben.
Letzte Mahnung
Der Notar übergab seiner Witwe einen Brief, den Misha kurz vor seinem Tod geschrieben hatte:
„Spielt nicht mit dem Schicksal!“
Diese Worte wurden zum warnenden Echo für alle, die glauben, dass Scherze harmlos bleiben.
Möge diese düstere Geschichte daran erinnern, dass selbst das unschuldigste Spiel zu einer unheilvollen Prophezeiung werden kann.




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