Prolog: Schrei der Leere
„Hey, ihr da oben! Warum schweigt ihr?“ – diese Worte hallen seit tausend Jahren in seinem Kopf. Die Leere antwortet mit einem dumpfen Echo, das von innen zermürbt. Die Monotonie des ewigen Dienstes ermüdet ihn: Jeden Tag ein neues Opfer, jede Stunde ein neuer Funken, den er einsammeln muss.
Fall und neue Pflichten
Erzengel und erste Spöttelei
Eines Tages trat ein Erzengel zu ihm, lächelte und sprach:
„Nach unseren Maßstäben bist du noch ein junger Knabe, doch du versprichst bereits große Hoffnungen.“
Diese Worte klangen wie ein Urteil. Sekten, Dämonen, geheime Pakte – all das wurde plötzlich zu seiner neuen Realität.
Sammlung der Funken
Er erklärt sein Ritual:
- Begegnung mit dem Sterbenden – der letzte Atemzug, der Funken des Lebens.
- Austausch von Worten – ein kurzer Dialog, damit die Seele sich „erinnern“ kann.
- Einfang des Funkens – er wird in eine Truhe gelegt, wo er bis zum Jüngsten Gericht ruht.
„Verpasst man den Moment, zerbricht der Funken in tausend Scherben“, warnt er sich selbst.
Spiel mit dem Dämon
Als ein junges Mädchen in seinen Armen starb, erschien ein Mann in Schwarz. Er bot ein simples, doch tödliches Spiel an:
- Frage: „Willst du, dass sie lebt?“
- Einsatz: die Seele.
Die Antwort war klar: „Nein.“ Der Dämon lächelte, berührte ihr Gesicht, und ihr Atem glättete sich. Im selben Augenblick fiel der Engel, doch sein Geist wurde neu geboren.
Geschenk und Fluch
Für den Sieg erhielt er Unsterblichkeit, zusammen mit Flügeln und einem Umhang, die fortan seine Uniform bildeten. Doch damit kam ein Fluch: Er wurde zum dunklen Engel, gefürchtet von den Menschen, für immer von Licht und feurigen Himmelsflügeln abgeschnitten.
Rat für die, die das Flüstern hören
„Wenn ein Mann in Schwarz in dein Leben tritt, sprich niemals mit ihm. Er wird ein Spiel anbieten, bei dem deine Seele auf dem Spiel steht. Laufe zur Kirche, bete, solange du noch kannst.“
Erwartung der Rettung
Er weiß, dass seine endlose Arbeit noch tausend Jahre oder länger währen wird. Er wartet auf den, der seinen Rat missachtet, seine Rolle übernimmt und ihm endlich Ruhe schenkt.
Schluss
Der dunkle Engel verrichtet weiterhin seine routinemäßige Aufgabe, doch in seinem Herzen glimmt ein funkenhafter Hoffnungsschimmer. Er sammelt Seelen, spielt mit Dämonen und bewahrt das Geheimnis seines Fluchs, in der stillen Hoffnung, dass sein Weg eines Tages endet und das Licht, das er einst suchte, endlich seinen Pfad erhellt.




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